Posts mit dem Label Althaus werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Althaus werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Dienstag, 3. März 2009

Merkwürdige Althaus-Diskussion

Der Unfall des thüringischen Ministerpräsidenten Dieter Althaus, bei dem eine Skifahrerin ums Leben kam, beschäftigt weiter die Medien. Offenbar trifft ihn zumindest eine Mitschuld. Vielleicht war er auch Schuld. Damit muss Althaus nunmehr leben. Immerhin darf er weiter leben.

Ich komme gerade selbst aus dem Skiurlaub zurück. Auf den oft vollen Pisten kommt es häufiger zu Beinahe-Zusammenstößen, bedingt durch zu schnelles Fahren oder einfach - wie sagt man doch - menschliches Versagen. Auch deshalb fahre ich lieber "Off-Pist", was freilich andere Gefahren (Gletscherspalten, Lawinen, Abrisse) birgt. Vor wenigen Tagen wäre ich auf einer fast menschenleeren, breiten Piste fast mit jemandem zusammengestoßen, der ebenso wie ich recht geradeaus nach unten fuhr. Während er jedoch seine Richtung nach rechts carvend schnell änderte, änderte ich sie schnell nach links. Kurz vor dem Zusammenprall sahen wir uns und konnten gerade noch umsteuern.

Wir wissen nicht genau, was sich bei Althaus seinerzeit in der Steiermark abspielte, wie sich möglicherweise in Sekundenbruchteilen die Szenerie vor dem Unfall änderte. Ein Fahrfehler von Althaus ist recht wahrscheinlich. Aber ändert das was an seiner Eignung als Ministerpräsident?

1983 verursachte der betrunkene CSU-Generalsekretär Otto Wiesheu einen Autounfall. Dabei starb eine Person. Das Amtsgericht München verurteilte ihn zu einer Freiheitsstrafe von 12 Monaten auf Bewährung. Wiesheu trat als Generalsekretär zurück, wurde aber später Bayrischer Wirtschaftsminister und mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

Hätte Althaus - ohne Alkoholeinfluss - "nur" einen "Autounfall mit Todesfolge" verursacht, wäre es für die Medien lediglich ein tragisches Ereignis gewesen. Die ungewöhnliche Szenerie "Politiker-Skiunfall" lässt manche Medien überzogene Fragen stellen, unsachgemäße Formulierungen wählen ("Geisterfahrer" - das passiert beim Skifahren leichter als auf der Autobahn...) und Konsequenzen fordern. Es bleibt ein Fahrfehler wie er jedem passieren kann. Beim Skifahren oder im Auto.

Montag, 5. Januar 2009

Hattest Du einen Helm auf?


Wirklich die häufigste Frage, die ich in den letzten Tagen hören durfte, war nicht "Bist Du gut ins neue Jahr gerutscht?" oder "Klappt das mit der bürgerlichen Koalition?", sondern ein etwas makabres "hattest Du einen Helm auf?" - kein Wunder: komme gerade vom Arlberg (für Kenner: das Foto ist am der Beginn der Abfahrt "Langer Zug") zurück. Und dort fährt man bekanntlich Ski. Die Frage kann ich seit einigen Jahnen mit "Ja" beantworten, i.d.R. fahre ich auch mit Rückenprotektoren und "offpist" mit "Lawinenpieser". Der politische Aspekt ist dabei "Eigenverantwortung oder staatliches Gebot?". Auch wenn ich überzeugter Marktwirtschaftler bin neige ich hier zum staatlichen Eingriff. Ich würde es eher "Rahmenbedingung" nennen. Die Alternative wäre, dass die Versicherungen den "Eigenschaden am Kopf" nicht mehr übernehmen bei einem Unfall ohne Helm. Das wird aber praktisch bei Manchem schwer durchsetzbar sein. Wohl auch deshalb hat man beim Autofahren eine Gurtpflicht eingeführt. Das mag zwar ein Stück weit "paternalistisch" sein. Aber ein bisschen väterliche Strenge hat noch niemandem geschadet.