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Mittwoch, 11. August 2010

In geheimer Mission? Auf dem Sommerfest der Kreativwirtschaft


Gestern auf dem Sommerfest der Kreativwirtschaft fragte mich die nette Kollegin vom SPD-Parteivorstand, ob ich denn gewissermaßen in politischer Mission hier sei oder um Aufträge für meine Agentur zu akquirieren. Ich habe natürlich nie was gegen neue Aufträge. Das "Problem" solcher Events ist allerdings in der Regel, dass dort eher die zu finden sind, die Aufträge suchen, nicht diejenigen, die Aufträge vergeben. Eher dienen diese Ereignisse dem Gedankenaustausch  oder vielleicht mal einer Kooperation untereinander. Also war ich vielleicht doch mehr in politischer Mission da?


Dieses Foto - wohl geschossen von Bernd Georg - legt dies vielleicht nahe. Zumindest zeigt es, dass das Verhältnis zwischen OB und FDP-Fraktionsvorsitzendem trotz aller Meinungsunterschiede - entgegen veröffentlichter Meinung - dann doch nicht ganz dem vom Ballack und Podolski entspricht. Dazu habe ich mich ja auch schon mal ausführlicher geäußert.

Vielleicht war ich ja auch eher als Blogger auf dem Fest. Auch hier liefert der Fotograf ein Beleg. Das ist nämlich genau die Situation, in der ich das "Titelfoto" dieses Beitrags aufgenommen habe. Auf diesem sieht man übrigens unter anderem im Hintergrund die CDU-Stadtverordnete Anja Fröhlich und den CDU-Fraktionsvorsitzenden Peter Freier. Apropos "Bloggen": Freue mich auch, meine Lieblingsbloggerin Anna P. Köhler endlich persönlich Kennen gelernt zu haben.

So war es letztlich ein netter Abend mit netten Leuten. Das ist irgendwie auch schon selbst ein Grund für den Besuch einer solchen Veranstaltung.

Sonntag, 10. Mai 2009

Immer ein bisschen Guido!

Folgendes Interview zum Stil im Parlament habe ich letztens gelesen

WESTERWELLE: Es ist schlechterdings in meinem Innersten nicht vorgesehen, dass ich im Bundestag mit respektloser Kleidung auftrete. Schlampiges Äußeres würde die große Ehre, unser Volk vertreten zu dürfen, schmälern. Ich wundere mich gelegentlich wie sich Kollegen ans Rednerpult trauen. Wollen die auf einer Studentenparty eine Runde schmeißen oder eine Rede im Hohen Haus halten? Ich weiß: Bücher soll man nicht nach ihrem Einband bewerten. Aber: Umgangsformen, Höflichkeit, Respekt und Manieren sind mir wichtig.

Frage: Dann Duzen Sie andere wohl auch nicht so schnell?

Sky du Mont: Nein, mich stört es auch, wenn man in Deutschland vom Kneipier bis zum Politiker den Nachnahmen ohne Herr oder Frau nennt.

WESTERWELLE: Obwohl ich Angela Merkel privat duze, ist sie im Plenum für mich Frau Bundeskanzlerin. Da geht es um das Amt, um die Würde, und nicht um private Thekengespräche.

Im Offenbacher Stadtparlament....

hat längst die Schluffi- und DUZ-Kultur-Einzug gehalten. Auch wenn ich nicht soweit gehen würde, dass in meinem Innersten nicht vorgesehen ist, im Stadtparlament mit "respektloser Kleidung auftreten". In dieser Hinscht waren zwar der Vorreiter die Grünen. Aber die Nachahmer u.a. junge Liberale...., u.a. der Autor dieses Artikels, der aber mittlerweile von diesen Jugendsünden weitgehend sich befreit hat;-) Ein bisschen Guido ist also in mir. Allerdings ist das mit dem Begriff der "respektlosen Kleidung" so eine Sache. Meint man damit Anzug und Schlips? Oder dass es nach Kriterien eines Modemagazins gut aussieht? Zumindest nach letzerem Kriterium würde ein "Style-Check" sicherlich ein verheerendes Ergebnis mit sich bringen....

Die Duz-Kultur hingegen haben weniger die Grünen als vielmehr Gerhard Grandke eingeführt. In dieser Hinschicht war ich nie Gerhard, sondern immer schon Guido. Doch die "alte Schule" ist mittlerweile eine Minderheit. Wobei ich zugebe, dass es schon ein wenig bemüht ist, gute Freunde (auch die gibt es im Parlament...) plötzlich mit "Sie" anzusprechen. Nur einmal rutschte mir in einer Parlaments-Debatte die "liebe Heike" (Habermann) raus. Als sich die Koalitonäre mit nur nett garnierten Worten im Parlament selbst zerlegten. Prompt nahm dies die FR zum Anlass über die "liebe Heike, "den lieben Peter" und den "lieben Ollie" zu spotten.

In der vorletzten Sitzung nun beschrieb die OP wie der Oberbürgermeister Horst Schneider vom "Ollie" spricht und der wiederum vom "Herrn Oberbürgermeister". Was so ungefähr das Verhältnis von Kapitän Ballack und Prinz Poldi ausdrücke. Mögen würden sich die beiden wahrscheinlich genausowenig...

Ich bin in der Tat der Meinung, dass es die Öffentlichkeit nicht interessiert, ob "der Herr Oberbürgermeister und ich" uns nun mögen oder nicht. Tatsache ist, dass ich vieles an seiner Politik nicht mag. Trotzdem verdient er natürlich den Respekt des Amtes. Auch da bin ich wieder Guido. Wie immer auch meine Thekengespräche mit "dem Herrn Oberbürgermeister" aussehen.