Montag, 12. April 2010

Offenbacher Gastro-Tipps: Der Inder


Es gibt mittags schrille Orte in Offenbach. Dort trifft sich die Stadtgesellschaft. Der unvermeidliche und gleichwohl auch empfehlenswerte Gianni gehört  dazu. Wenn ich ein politisches Signal setzen wollte für Schwarzgelb in Offenbach setzten, würde ich mich dort mit dem CDU-Fraktionsvorsitzenden Peter Freier treffen. Denn sehen und gesehen werden heißt da das Motto. Und es gibt mittags stille Orte: Der White Elephant (Ludwigstraße 45) ist dann eine Oase der Ruhe. Hier wurden wesentliche Entscheidungen - etwa zum Stadtkonzern - in vertraulichen Gesprächen vorbereitet.

Am Sonntag war ich zum ersten Mal am Abend dort. Da zeigte sich der weiße Elefant von seiner anderen , nämlich mit voll besetzten Stühlen -  kulinarisch hingegen von seiner besten Seite - mit sehr speziellen Gerichten und einer Symphonie der Gewürze. Besonders eindrucksvoll ist die Dekoration des Lokals. Heute meinen die meisten Restaurants, die etwas auf sich halten, auf jegliche folkloristische Anmutung verzichten zu müssen. Deshalb sieht der Edel-Italiener genauso aus wie der Edel-Grieche. Und überhaupt ist alles "Crossover" oder "Fusion". Alles wird verwechselbar. Nicht so der "White Elephant". In gekonntem Kitsch tauchen wir hier ein in fernöstlichem Bombast, der einen die Mühen des Alltags vergessen lässt.

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Die Vietnamesen

Sonntag, 11. April 2010

kleine Preview von der Luminale: Standort Druckerei Berthold

Erlaube mir ein wenig Werksspionage in der Bettinastraße 77 (Druckerei Berthold): Hier eine kleine Preview von der Luminale. Schönes Werk von Gey/Rychetsky (Siwa).

Die alte Rivalität Frankfurt/Offenbach

Ein aktueller Post der Blogger-Kollegin Anna Köhler "zwingt" mich zu einer weiteren Antwort;-)  Sie zitiert heute den Flyer einer Frankfurter Agentur, die mit einem etwas platten Slogan (>>Frankfurter Karten sin net verkehrt! Und das beste: gibts net in Offenbach<<) für sich Werbung macht - wie der Extra-TIPP berichtet.

Weniger platt - und eher subtil bis ironisch - griff unlängst die Stadt Offenbach in einer Imagekampagne die Rivalität auf. Sie lancierte den Claim "Offen für Frankfurter" und zeigte etwa das Bild der im Offenbacher Capitol ansässigen "Neuen Frankfurter Philharmonie".

So kann man die alte Rivalität auch jenseits von Karneval und Fußball aufgreifen. Und sie positiv wenden.

Offenbacher Gastro-Tipps: Die Vietnamesen

Die gastronomische Landschaft Offenbachs bietet durchaus eine ansprechende Vielfalt gleichsam auch Ergebnis aus Globalisierung und Migration. Seit vielen Jahren bekocht das TriAm (Bieberer Straße 84) originell und von "Frankfurt geht aus" hoch dekoriert die Offenbacher. Seit einiger Zeit gibt es mit "Sapa" (Herrnstraße 55b) einen weiteren guten Vietnamesen. Auch gestern genossen wir freundlichen Service und gut abgeschmeckte Speisen zu einem guten Preis.

Das Interieur ist zum großen Teil einem nur kurze Zeit in der "Problemimmobilie" gastierenden Südafrikaner zu verdanken. Den Titel "Problemimmobilie" verdient das Lokal nicht wegen der Immobilie selbst oder der Umgebung (die ist - siehe Handy-Foto aus dem Lokal - durchaus sehr ansprechend), sondern aufgrund der ständig wechselnden Lokalinhaber. Lediglich ein angesehener Grieche ("Avlea") hielt sich da längere Zeit. Der Südafrikaner und ein Österreicher konnten sich nicht lange halten.

Das Haus gehört zum "Schörghuber-Komplex". Der Münchner Investor hatte in den 90ern aus dem Parkbad ein Hotel (Arabella Sheraton) gestaltet und auch die gegenüberliegende Seite an der Herrnstraße entwickelt. Leider fiel dem auch das imposante alte Stadtbad zum Opfer. Wäre die Wellness-Welle schon Anfang der90er durch die Republik geschwappt, hätte es der Investor wohl erhalten...

Tegut in Bieber

In ihrem lesenswerten Blog goutiert Anna Köhler, dass Tegut dem Tengelmann in der Aschaffenburger Straße folgt und hofft, dass der Laden auch mal wieder in Schuss gebracht wird. Dem ist voll und ganz zuzustimmen. Vor langer Zeit war das mal gefühlt der größte und modernste Supermarkt für den gemeinen Bieberer. Ich schätze aber seit Zeiten von "Schade & Füllgrabe" hat sich da nicht viel getan. So sehr ich mich über Tegut mit seinen Bioprodukten freue, er bedeutet auch eine Konkurrenz für Nischenanbieter. Mit Sylvias Biotheke von Sylvia Schickedanz-Nagel hat Bieber - nur wenige Meter vom Tengelmann/Tegut entfernt - einen echten, modernen "Tante Emma-Laden", den zu besuchen es sich immer lohnt. Auch wenn ich es selbst viel zu wenig mache.

Montag, 22. März 2010

Zwischenruf: Die große Verschwörungstheorie

Ich habe mich seinerzeit über den strategischen Fehler geärgert, die Steuerreform gleichsam mit einer der Senkung des Mehrwertsteuersatzes für Hotels zu beginnen. Es ist doch offensichtlich, dass bei jedem Schließen eines Steuerschlupflochs die Betroffenen mit dem Verweis auf vermeintliche Subventionierung von Hotels kontern werden. Inhaltlich spricht das ein oder andere dafür. Vieles aber auch dagegen. Perfide bleibt für mich - auch Monate danach - die nicht nur von der Politik, sondern auch von den Medien kritiklos vom "Spiegel" übernommene Verknüpfung dieser Maßnahme mit der Spende des Baron Finck über seine "Substantia AG".

Freitag, 19. März 2010

Zwischenruf: Die Kubickis: Überflüssig wie ein Kropf

Die aktuelle Diskussion um einen möglichen Westerwelle-Nachfolger ist ein gutes Beispiel dafür wie Medien funktionieren. Und warum die Kubickis dieser Welt für Führungsaufgaben nicht geeignet sind.

Montag, 22. Februar 2010

Zwischenruf: Warum Merkel kein Machtwort gegenüber Westerwelle ausspricht

Merkels Machtwort bleibt aus - lese ich auf heute.de. Ich bin der letzte, der Merkel verteidigen will. Aber die Überschrift ist journalistisch schwach.

Montag, 15. Februar 2010

Zwischenruf: Es sind nicht meine Worte - aber sie waren gut!

Die Wortwahl Westerwelles entspricht nicht derjenigen der Bundeskanzlerin, lässt das Kanzleramt mitteilen. Bayerns FDP-Chef Zeil sagt: "Das sind nicht meine Worte". Würde Merkel manchmal mehr klare Kante zeigen, hätte man möglicherweise auch den Eindruck haben, die Bundeskanzlerin führt. Neigte Zeil zu klareren Worte, wäre er vielleicht Bundesvorsitzender der FDP.

Samstag, 13. Februar 2010

Aufforderung zum Querdenken und Macht teilen

Ein FDP-Politiker beklagt sich über Westerwelles angebliche "Denkverbote", ein anderer fordert Westerwelle "zur Machtteilung" auf und schlägt - sich selbst nicht nennend, aber meinend - für eine "größere Rolle" Christian Lindner und „einige Landespolitiker“ vor. Die Welt entblödet sich nicht die Frage zu stellen, "sollte Westerwelle die verantwortung in der FDP auf andere Spitzenmitglieder verteilen? - JA eine Partei sollte nicht nur auf eine Person setzen. NEIN, als Chef sollte er alle Fänden in der Hand halten". Ich bin irritiert.

Montag, 18. Januar 2010

Finck & Co: Der Stoff aus dem die Phantasien sind

Man mag ja Politik für korrupt halten und daher gewissermaßen einen Generalverdacht gegen die Parteien hegen. Als Journalist muss man dies sogar. Denn ich billige Journalisten schon die Rolle jener berühmten "vierten Gewalt" zu, die das Treiben der Politik kritisch hinterfragt. Journalisten wie Alexander Koffka in Offenbach oder Jürgen Leinemann und Hans-Martin Tillack verdienten bzw. verdienen daher für ihren investigativen Journalismus Respekt.

Freitag, 8. Januar 2010

Das große Missverständnis: Warum Schwarz-Gelb kein Projekt ist

Es war wohl eine der intelligentesten und strategisch klügsten Wortmeldungen aus der FDP vor der Wahl: "Es gibt ein bürgerliches Projekt" behauptete Patrick Döring im Tagesspiegel. CDU und FDP sei ein "bürgerliches Weltbild" zu eigen, das den Menschen als das handelnde Subjekt in Wirtschaft, Staat und Gesellschaft in den Mittelpunkt stellt. Beide Parteien - so Döring - "tragen die soziale Marktwirtschaft in den Genen".

Das war ein Irrtum, ein Irrtum, dem auch ich aufgesessen war.

Mittwoch, 6. Januar 2010

Eine kleine Dreikönigsgeschichte: Wir hatten die Totenglocken läuten hören!

Es muss das Stuttgarter Dreikönigstreffen 1997 gewesen sein. Der Stern-Journalist Hans-Martin Tillack ätzte nach der Westerwelle-Rede mir gegenüber in der Lobby: "So stellt man sich die Rede eines Parteivorsitzenden vor". Zur Information für die Spätgeborenen: Damals war Wolfgang Gerhardt Parteichef und Guido sein General.